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    Wasserschaden: Kosten & Ablauf

    Nach einem Wasserschaden können je nach Ausmaß verschiedene Maßnahmen erforderlich werden – von der ersten Schadensbegrenzung über die Trocknung bis hin zur Renovierung. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen profitieren davon, entsprechende Versicherungen abzuschließen, da die Kosten für eine Wasserschadensanierung schnell mehrere Tausend Euro betragen können. Welche Kosten im Einzelnen entstehen, wovon sie abhängen und wer sie übernimmt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

    Welche Kosten entstehen bei einem Wasserschaden?

     Zu den typischen Kostenpunkten einer Wasserschadensanierung gehören unter anderem: 

    Notfallmaßnahmen:

    Darunter Wasser abpumpen, Bereiche absichern, Wasserversorgung und Strom abschalten

    Leckortung und Analyse:

    Die Suche nach der Ursache und die Bewertung des Schadensumfangs 

    Reparatur der Schadenursache:

    Zum Beispiel defektes Rohr oder undichtes Dach instand setzen

    Trocknung:

    Einsatz von Entfeuchtern, Ventilatoren, Messgeräten und Zubehör, um Feuchtigkeit aus Bauteilen zu entfernen 

    Sanierung und Renovierung:

    Erneuerung beschädigter Bauteile wie Estrich, Dämmung, Trockenbau, Böden und Wände sowie Entsorgung

    Gutachten und Dokumentation:

     Insbesondere bei Erstattungsanträgen an Versicherung kann ein detailliertes Gutachten verlangt werden 

    Ersatzräume und Ausweichstandorte:

    Muss ein Gebäude vorübergehend geräumt werden, können zusätzliche Kosten für alternative Räumlichkeiten entstehen

    Alles zur Wasserschadensanierung

    Materialien, Anlagen & Geräte

    Die Höhe der Kosten, die ein Wasserschaden verursacht, hängt stark davon ab, welche Materialien oder Anlagen betroffen sind und wie tief Feuchtigkeit eingedrungen ist. Bodenbeläge, Estrich, Dämmung, Wände und Decken können möglicherweise nicht getrocknet werden. Sind Materialien aber stark durchnässt, verformt oder hat sich bereits Schimmel gebildet, müssen sie teilweise oder vollständig erneuert werden. Feuchtigkeit in Dämmschichten, Hohlräumen oder schwer zugänglichen Bereichen kann den Zeit- und Arbeitsaufwand und somit die Kosten zusätzlich erhöhen.
    Bei Maschinen, Anlagen und Geräten können Kosten durch Reparaturen oder den vollständigen Austausch entstehen. Häufig entstehen dadurch Folgekosten: Beispielsweise können lange Lieferzeiten für Ersatzteile oder neue Geräte Betriebe lahmlegen, Produktionszeiten in die Länge ziehen und Einnahmeausfälle bedeuten.

    Wasserschadentrocknung

    Ein Sanierungsunternehmen übernimmt in der Regel die Planung der Wasserschadentrocknung sowie Messungen und Dokumentation. Als zentrale Technik kommen Luftentfeuchter zum Einsatz, mit denen die Luftfeuchtigkeit auf festgelegte Zielwerte gesenkt und Feuchtigkeit aus den betroffenen Bauteilen entfernt wird. 
    Da die Trocknung häufig über mehrere Wochen läuft, machen neben der Bereitstellung der Geräte auch deren Stromverbrauch und die regelmäßigen Kontrollmessungen einen nicht unwesentlichen Teil der Kosten aus. Profis wählen Art, Leistung und Anzahl der Entfeuchter idealerweise so aus, dass die Trocknung möglichst schnell, kontrolliert und energieeffizient erfolgt.

    Wiederherstellung nach Wasserschaden

    Nach der Trocknung entstehen Kosten für Rückbau, Reinigung, Entsorgung und Wiederaufbau. Besonders aufwendig die Sanierung bei Schimmel oder verunreinigtem Wasser. Dann müssen Bereiche häufig abgeschottet, Baustoffe entfernt und fachgerecht entsorgt sowie Luft und Oberflächen gereinigt oder desinfiziert werden.
    Zusätzliche Kosten entstehen zum Beispiel durch Schutzmaßnahmen, Luftreinigung, Geruchsbeseitigung und Sonderentsorgung. Erst danach können Böden, Wände, Decken oder technische Anlagen wieder installiert werden.

    Folgekosten im Unternehmen

    Neben den eigentlichen Kosten für die Sanierung können Wasserschäden erhebliche Folgekosten verursachen – insbesondere in Unternehmen. Fällt zum Beispiel eine Anlage aus oder können einzelne Bereiche vorübergehend nicht betreten und genutzt werden, drohen Produktionsausfälle und Lieferverzögerungen. Beschädigte Waren oder Rohstoffe können zusätzlich hohe finanzielle Verluste bedeuten. 
    Bei Neubauten oder Sanierungsprojekten können Wasserschäden außerdem den Bauablauf verzögern. Wie sich Feuchtigkeit auf Bauzeiten auswirkt und warum eine frühzeitige Trocknung entscheidend ist, erfahren Sie in unserem Beitrag zur Bautrocknung.

    Wer übernimmt die Kosten bei einem Wasserschaden?

    Wer die Kosten eines Wasserschadens trägt, hängt von der Ursache des Schadens, den betroffenen Bereichen und dem bestehenden Versicherungsschutz ab. Dabei gelten unterschiedliche Regelungen für Wohngebäude, Mietwohnungen und Unternehmen. Gebäudeschäden werden häufig über eine Gebäudeversicherung reguliert, bei Schäden an Inventar und Maschinen oder bei Betriebsausfällen kommen hingegen andere Versicherungen zum Tragen.

    Schäden am Gebäude

    Sind Gebäudeteile wie Wände, Decken oder Leitungen betroffen, übernimmt häufig die Gebäudeversicherung die Kosten – beispielsweise bei einem Rohrbruch oder einer undichten Wasserleitung. Entstehen Wasserschäden durch Naturereignisse wie Starkregen, Rückstau, Erdrutsch oder Schneedruck, ist für die Kosten oft eine separate Elementarversicherung erforderlich, da diese Risiken nicht immer Bestandteil der regulären Gebäudeversicherung sind.

    Schäden an Inventar und Maschinen

    Wer für beschädigtes Inventar oder technische Anlagen aufkommt, hängt vom Einzelfall ab.

    • Hausratversicherung: Übernimmt in privaten Wohnungen häufig Schäden am Eigentum, etwa an Möbeln, Elektrogeräten und persönlichen Gegenständen.

    • Haftpflichtversicherung: Kann greifen, wenn eine andere Person den Wasserschaden verursacht hat, zum Beispiel ein Nachbar – oder auch, wenn der Wasserschaden durch mangelnde Reparatur oder Wartung durch den Vermieter verursacht wurde.

    • Inhaltsversicherung: Deckt bei Unternehmen unter anderem bewegliche Möbel, Waren, Vorräte und weitere Inhalte ab.

    • Elektronikversicherung: Kann in Unternehmen Schäden an elektronischen Geräten und IT-Systemen absichern.

    • Maschinenversicherung: Kommt je nach Tarif für Schäden an stationären oder mobilen Maschinen und technischen Anlagen auf – sinnvoll für Produktionsanlagen.

    Verluste durch Betriebsstillstand

    Kann ein Unternehmen aufgrund des Wasserschadens nicht oder nur eingeschränkt arbeiten, kann eine Ertragsausfallversicherung finanzielle Verluste abfedern. Je nach Versicherungsvertrag ersetzt sie beispielsweise entgangene Einnahmen, laufende Fixkosten wie Mieten, Kreditzinsen oder Personalkosten. Abhängig vom Tarif und Einzelfall können auch Kosten für Notfallmaßnahmen oder die Anmietung von Ausweichräumen übernommen werden, um die Gewinnverluste weiter abzufedern.

    Wann müssen Betroffene die Kosten selbst tragen?

    Je nach Ursache, Vertrag und Verhalten der Beteiligten kann es passieren, dass Betroffene ganz oder teilweise selbst für die Kosten nach einem Wasserschaden aufkommen müssen.

    • Kein passender Versicherungsschutz: Besteht keine Gebäude-, Hausrat-, Inhalts- oder Elementarversicherung, müssen die Kosten in der Regel selbst getragen werden.

    • Vertragliche Ausschlüsse: Bestimmte Ursachen können vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein, zum Beispiel Rückstau oder Überschwemmung.

    • Selbstbeteiligung: Auch bei einem versicherten Schaden bleibt häufig ein vertraglich vereinbarter Eigenanteil bestehen.

    • Grobe Fahrlässigkeit: Wurde der Schaden beispielsweise durch unbeaufsichtigt laufendes Wasser, offene Fenster oder andere grob fahrlässige Ursachen verursacht, können Versicherungen ihre Leistungen kürzen.

    • Mangelnde Wartung oder fehlende Reparaturen: Wurden bekannte Mängel, zum Beispiel an Leitungen oder Anlagen, nachweislich nicht rechtzeitig behoben, kann die Übernahme eingeschränkt werden.

    • Nicht versicherte Folgeschäden: Schimmel, Korrosion oder weitere Schäden werden unter Umständen nicht übernommen, wenn diese auf eine verzögerte Trocknung oder unzureichende Lüftung zurückzuführen sind.

    Wichtig für die Übernahme sind in jedem Fall die schnelle und gute Kommunikation mit Versicherern sowie eine saubere Dokumentation. In einigen Fällen verlangen Versicherungen Gutachten, insbesondere bei sehr hohen Versicherungssummen.

    Frühzeitige Trocknung reduziert Folgekosten

    Je schneller die Trocknung nach einem Wasserschaden beginnt, desto geringer fallen in der Regel auch die Folgeschäden und somit die Gesamtkosten aus. Die schnelle und gründliche Trocknung verhindert, dass Feuchtigkeit sich weiter in Bauteilen ausbreitet, Schimmel entsteht und größere Sanierungsarbeiten erforderlich werden. Materialien lassen sich möglicherweise erhalten, Unterbrechungen im Betrieb von Unternehmen lassen sich verkürzen und Bereiche sind schneller wieder nutzbar.

     

    Häufige Fragen Zu Kosten nach einem Wasserschaden

    Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Wasserschadensanierung?
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    Die Höhe der Kosten einer Wasserschadensanierung hängt unter anderem von der Ursache des Wasserschadens, der betroffenen Fläche und Materialien sowie Ausmaß des Schadens ab. Auch die Dauer bis zum Beginn der Trocknung, die erforderlichen Trocknungsverfahren, Schimmelbefall sowie notwendige Reparatur- und Sanierungsarbeiten beeinflussen die Gesamtkosten.

    Bleibt Feuchtigkeit über längere Zeit in Bauteilen, kann sie sich weiter ausbreiten und Schimmel, Korrosion und zusätzliche Schäden verursachen. Dadurch verlängert sich die Trocknungsdauer und der Aufwand für Sanierung, Reinigung und Reparatur steigt. Eine frühzeitige professionelle Trocknung hilft, Folgeschäden und damit verbundene Kosten zu begrenzen.

    Mieter müssen die entstandenen Kosten für einen Wasserschaden in der Regel nur tragen, wenn sie den Schaden selbst verursacht haben, beispielsweise durch Fahrlässigkeit oder unsachgemäße Nutzung. Schäden am Gebäude übernimmt häufig die Gebäudeversicherung des Vermieters, während Kosten für Schäden am eigenen Inventar je nach Ursache über die Hausratversicherung oder die Haftpflichtversicherung des Verursachers erstattet werden können. 

    Die Gebäudeversicherung übernimmt in der Regel keine Schäden, die durch Überschwemmung, Starkregen oder Rückstau entstehen. Dafür ist meist der Abschluss einer Elementarversicherung notwendig. Auch Schäden aufgrund mangelnder Wartung oder grober Fahrlässigkeit können von der Kostenübernahme ausgenommen sein. Die genauen Regelungen dazu, welche Fälle versichert sind und welche nicht, richten sich nach dem jeweiligen Vertrag.

    Bei dem Einsatz von Trocknungsgeräten bei einem Wasserschaden fallen nicht nur Kosten für die Bereitstellung der Geräte, sondern auch für deren Betrieb an. Die Stromkosten werden häufig von der jeweiligen Versicherung übernommen, wenn der Wasserschaden versichert ist und die Trocknung mit professionellen Trocknungsgeräten Teil der Wasserschadenbeseitigung ist. Wer die Stromkosten im Einzelfall trägt, hängt aber von der Schadenursache und den Bedingungen des Versicherungsvertrags ab.

    Beauftragt die Versicherung für die Beurteilung eines Wasserschadens selbst einen Gutachter, übernimmt sie in der Regel auch die Kosten. Wird ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben, hängt die Kostenübernahme vom Versicherungsvertrag ab. Bei größeren oder strittigen Schäden kann ein unabhängiges Gutachten sinnvoll sein. In dem Fall einigen sich die Parteien im Nachgang, wer für das Gutachten aufkommt.

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